How to Agiles AC – or not to?

Gepostet vor 10 Monaten von Leonie Kohler

Ist agile Projektarbeit das Richtige für mich?

Vor kurzem standen wir vor einer für uns ganz neuen Herausforderung. Im Rahmen eines Change-Prozesses sollten wir in Kooperation mit pm result (https://pm-result.com/) für deren Kunden intern Projektmitglieder auswählen, die nicht nur Lust darauf hatten, Veränderungen anzustoßen und zu treiben, sondern auch bereit waren, ihr eigentliches Arbeitsumfeld für eine unbestimmte Zeit zu verlassen, um sich Vollzeit der Projektarbeit widmen zu können.

Ein ganz normaler Personalauswahl-Prozess also? Nein, denn es wurde ganz schnell klar, dass wir mit unserem bewährten Vorgehen (präzise entwickelte Aufgaben und einen strenges Vorgehen nach der DIN 33430) hier nicht weiterkommen würden. Denn auf die interne Ausschreibung bewarben sich über 80 Mitarbeiterinnen und Führungskräfte, die alle die Chance bekommen sollten, sich der Auswahl zu stellen. Gleichzeitig war der Projektstart bereits kurze Zeit später angesetzt, sodass wir uns mit einer minimalen Vorbereitungszeit und maximal zwei zweitägigen Terminen für die Auswahl begnügen mussten.

Die Idee? Den Fokus nicht nur auf die Auswahl zu legen, sondern den Teilnehmern auch die Möglichkeit zu bieten, agile Projektarbeit live zu erleben, um für sich selbst zu erkennen, ob diese Arbeit das Richtige für sie persönlich ist.

Die Methode? Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Vincent Oswald von Rüstzeug (https://www.ruestzeug.org/) entschieden wir uns dafür, gemeinsam mit ihm als Moderator einen Design Thinking Workshop anzubieten, bei dem die Teilnehmerinnen an verschiedenen Punkten zur Selbstreflektion angeregt wurden und (Peer-) Feedback bekamen.

Unser Vorgehen? Zuallererst war es wichtig, herauszufinden, welche Kompetenzen in einem agilen Umfeld unerlässlich sind und welche Verhaltensweisen für die kommende Projektarbeit gebraucht werden würden. Dazu führten wir verschiedene Interviews mit Mitarbeitern aus bereits agil arbeitenden Unternehmen und verglichen die Ergebnisse mit verschiedenen Studien. Daraus entwickelten wir zehn Kernkompetenzen (z. B. Initiative, Veränderungsfähigkeit, Mut, Kooperations- und Teamfähigkeit) mit entsprechenden Verhaltensankern, die im kommenden Prozess beobachtbar gemacht werden sollten.

Im zweiten Schritt einigten wir uns auf einen Design Thinking Workshop als AC-Konzept, bei dem die Teilnehmerinnen selbst wichtige Fragestellungen zum anstehenden Change einbringen und in Teams bearbeiten konnten, um am Ende einen ersten Prototypen für ihre Idee zu entwickeln:

 

Während der Arbeitsphasen wurde jedes Team von mindestens zwei Beobachtern (intern und extern) beobachtet, die Auswertung wiederum erfolgt zwischen den Phasen, wenn die Teilnehmern neue Anweisungen von Vincent bekamen. Zum Schluss wurden alle Ergebnisse in einer kurzen Beobachterschulung zusammengetragen und jede Teilnehmerin bekam ein individuelles Feedbackgespräch.

Unser Fazit? Eine spannende und sehr realitätsnahe Möglichkeit, um agile Projektarbeit direkt erlebbar zu machen und die Selbstreflektion darüber anzuregen, ob man persönlich agil in Projekten arbeiten möchte. Wir haben begeisterte Teilnehmerinnen erlebt, die mit vielen Ideen und hoch motiviert aus den zwei Tagen kamen und auch Teilnehmer, die glücklich über die neue Erfahrung waren und dennoch für sich erkannten, dass ihre „normale“ Arbeit ihnen mehr gefällt. Trotz der eingeschränkten diagnostischen Sauberkeit aufgrund von Gruppenprozessen und geringer Standardisierung ist es alles in allem für uns ein Format, das durchaus Zukunft hat!