MES unterstützt ambulante Kinder- und Jugendhilfe in Berlin

Gepostet vor 11 Monaten von Samira Babic

Im März dieses Jahres hatte ich die Chance, eine soziale Einrichtung pro bono zu beraten. Schon länger war ich dazu im Austausch mit der pädagogischen Leitung, Sarah Lena Loewe, die gleichzeitig zu meinem Freundeskreis zählt. Im Austausch zu unseren beruflichen Erfahrungen und Herausforderungen hatten wir die Idee für einen gemeinsamen Workshop.

In meiner täglichen Arbeit berate ich Großkonzerne und Mittelständler, die innovative Produkte produzieren, damit handeln oder Dienstleistungen rund um ihre Produkte anbieten. Umso spannender war nun die Aufgabe, mit einer ganz anderen Branche zusammenzuarbeiten.

Freestyle e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in Berlin, der sich zum Ziel gesetzt hat, verschiedene Projekte im Bereich der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe durchzuführen. Seit 2011 sind sie als freier Träger anerkannt und arbeiten eng mit Behörden und anderen Kooperationspartnern zusammen. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, obdachlose Jugendliche bzw. von Obdachlosigkeit bedrohte Jugendliche in einem Jugendhilfeprojekt mit minimalen Strukturen und einem niedrigschwelligen Beziehungsangebot stationär unterzubringen.

Angekommen in Berlin Pankow, werde ich freundlich von dem neuen Geschäftsführer Sven Knab und der pädagogischen Leitung des gemeinnützigen Vereins Freestyle e.V. empfangen. Hier geht es nicht um die Etikette, niemand trägt ein Business-Outfit, und gesiezt wird auch niemand. Die Welt ist mir nicht völlig fremd, da meine Wurzeln in der Pädagogik liegen und ich Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen habe. In dem eintägigen Workshop schauen wir auf die Geschichte des Vereins, identifizieren vergangene positive und kritische Momente und entwerfen ein Zukunftsbild des Vereins. Es gab einen Wechsel in der Geschäftsführung, der Verein wächst rasant (der Bedarf ist riesig in Berlin), es braucht eine weitere Hierarchieebene an Führungskräften und es braucht mehr Platz, neue Bürogebäude müssen angemietet werden. Angefangen mit 5 Mitarbeitern sind es nach nur ein paar Jahren knapp 50, Tendenz steigend. Es sind ähnliche Herausforderungen, die mir auch in meiner täglichen Arbeit mit Wirtschaftsunternehmen begegnen. Aber dennoch ist das hier etwas Besonderes; denn ich weiß, es geht nicht um Gewinne und Profit, sondern um Kinder und Jugendliche, die durch jedes soziale Netz fallen. Diese so genannten Systemsprenger sind Jugendliche, die schon erfolglos durch mehrere Jugendhilfemaßnahmen gelaufen sind. Häufig haben sie eine psychiatrische Erkrankung und sind immer wieder von Obdachlosigkeit bedroht. In Gruppen sind sie aufgrund gestörter Verhaltensmuster nur sehr schwer integrierbar.

Es ist spürbar, dass diese Menschen hier mit Herzblut ihren Job machen und dabei selbst bis an ihre Grenzen gehen müssen. Umso mehr habe ich mich gefreut, hier auch einen kleinen Beitrag leisten zu können, indem ich den Raum für eine gemeinsame Reflexion geöffnet habe und ganz konkrete Tipps zum Umgang mit Veränderungen geben konnte.

Statement Sarah Lena Loewe: „Mir persönlich hat der Workshop mehr gebracht als jede Fortbildung, weil es genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmt war. Die im Workshop entwickelten Handlungsschritte konnten wir wie geplant in die Tat umsetzen, was uns in der Wachstumsphase enorm hilfreich war. Zudem konnten wir gemeinsam mit Samira an der Entwicklung einer gemeinsamen DNA des Trägers arbeiten, was uns im Anschluss ermöglichte, diese auch im Arbeitsalltag umzusetzen.“