Wie entsteht Teamspirit in Zeiten disruptiver Veränderung?

Gepostet vor 2 Jahren von Matthias Bonhage

Was uns bewogen hat, etwas zum Thema Teambuilding zu sagen…

In Veränderungsprozessen werden wir oft nach Workshops gefragt, um Teams in eine neue Situation hinein zu begleiten. Teambuilding ist also ein wesentlicher Bestandteil unserer Changearbeit. Es gibt viele Beispiele, auch von kleinen Unternehmen unter 200 Mitarbeitern, in denen wir eine ganze Reihe von Workshops gemacht haben, die Teambuildingmaßnahmen in den Vordergrund stellen.
Auch in größeren Change-Projekten bieten wir immer wieder Workshops an, in denen sich verschiedene Teams neu finden und dann im Nachgang plötzlich Anfragen von übergeordneten Teams kommen, auch auf Führungsebene, die sich ebenfalls anders formieren wollen. Da gibt es eine Reihe von neuen Anstößen, wo wir merken, dass wir mit unseren Kompetenzen eine gute Wirkung erzielen und hilfreich sein können, diese Bedürfnisse zu unterstützen und zu befriedigen.

1. Was für Fragen stellst du, wenn ein Kunde ein Teambuilding anfragt? Welche Hintergrundinfos brauchst du? Wie gehst du das Thema konkret an?
Die erste Frage ist die nach der Zielsetzung: Was will der Kunde mit dem Teambuilding erreichen? Dann hinterfrage ich die genaue Situation, um zu verstehen, um welches Team es geht, wie das Team aufgestellt ist, und was mit Blick auf das Team der Anlass ist, eine Entwicklung anzustoßen, bzw. begleiten zu lassen.

2. MES legt den Fokus auf den Menschen und seine bestmögliche, stärkenorientierte Entwicklung. Wie werden diese Werte in das Teambuilding integriert?
Das beginnt schon in der Vorbereitung: Wir fahren grundsätzlich den Ansatz, nicht nur mit dem Teamleiter zu reden, sondern uns Stimmen aus dem Team zu holen. Im besten Fall möchten wir mit jedem Einzelnen vorher sprechen, zumindest aber mit einigen Teilnehmern aus dem Team und uns auch deren Sicht anhören. Das ist natürlich immer eine Abwägung von Aufwand und Nutzen. So haben wir nicht nur die Perspektive der Leitungsebene, sondern auch die der Beteiligten.
Hinzu kommen die Fragen: Wie sieht das Setting drum herum aus, d. h. wie ist die Marktlage, wie ist die Unternehmenssituation, wie stark ist das Unternehmen gerade im Umbruch? Diese Fragen sind wichtig, um eine Gesamtsituation aus verschiedenen Perspektiven abzufragen. Im Zweifelsfall binden wir auch noch die nächsthöhere Führungskraft mit ein, um zu erkennen, was deren Erwartung an das Team ist, so dass verschiedenste Blickrichtungen einbezogen werden.
Die zweite Ebene ist, nicht nur darauf zu sehen, was erreicht werden soll und was sich auf einer praktischen Ebene ändern soll, sondern immer auch auf einer emotionalen Ebene zu arbeiten. Das wirkt sich auf die Wahl der Methoden aus, d. h. wir besprechen nicht nur Inhalte, sondern arbeiten immer auch mit Körperübungen, Spielen und Aufgaben, in denen das Team Dinge ausprobieren kann und selber eine Wahrnehmung für Stimmungen, Neigungen, für Verknüpfungen in der Teamstruktur bekommt. Indem wir die Ebenen Emotion und Handlung ansprechen, können wir den Menschen ganzheitlich mitnehmen. Dafür arbeiten wir z. B. mit 3D-Baumaterialien, mit Körperbewegung, mit Seilen. Ein Beispiel: Wir haben eine konstruktive Weiterentwicklung für eine Geschäftsführergruppe, ein Dreierteam, hinsichtlich der Zusammenarbeit im Team durchgeführt. Sie haben sich mit Seilen im Raum bewegt und dabei sind Dinge sichtbar geworden, die vorher nicht klar waren. Es ist immer die Frage, wie gut lassen sich Menschen auf so etwas ein, gerade bei Managern, die daran gewöhnt sind Dinge zu besprechen, zu klären. Durch diese Methoden lässt sich deutlich machen: Es gibt noch ganz andere Dinge, die daran „ziehen“.

3. Was ist aus deiner Sicht das Besondere bei einem Teambuilding von MES?
Was wir mit einbringen können ist der diagnostische Blick, z. B. eignungsdiagnostische Tests oder Persönlichkeitstests. Dabei wird auf der Ebene von individuellen Ausprägungen sichtbar, wie Menschen miteinander arbeiten und dass sie sehr unterschiedlich sind. So wird klar: Zusammenarbeit ist nicht etwas „Normales“, sondern immer wieder eine Herausforderung und ein Zusammenspiel von verschiedenen Individuen. Je nach Situation eignen sich unterschiedliche Verfahren, um die Persönlichkeitsausprägungen anschaulich zu machen. Wir haben die ganze Bandbreite der Verfahren zur Verfügung, die verschiedene Ausprägungen abbilden können.

4. Wie erlebe ich als Teilnehmer so ein Teambuilding? Wie reagieren die Teilnehmer?
Das ist ganz unterschiedlich. Anfangs gibt es oft eine Hemmschwelle, die Dinge zu besprechen oder mit Übungen umzugehen, über Persönlichkeitsausprägungen zu reden. Das erleben wir je nach Zielgruppe sehr unterschiedlich. Im Groben kann man sagen, je gestandener, je erfahrener die Menschen sind, umso höher ist die Hemmschwelle. Mit jungen Leuten zu arbeiten ist oft ganz leicht, die freuen sich daran, haben spontan Spaß.
Im oberen Management bewährt es sich oft, mit 360°-Tools zu arbeiten und auf der Ebene von konkreter Rückmeldung aus der Organisation Dinge anzustoßen. Dann ist die Hemmschwelle sehr viel geringer. Insgesamt muss man fragen: Wie nah komme ich an die persönlichen Bezüge und die persönliche Betroffenheit der Teilnehmer heran? Je besser das gelingt, umso größer ist am Ende die Zufriedenheit. Dann erreicht man auch oft noch diejenigen, die sich am Anfang nicht so offen gezeigt haben.
Außerdem versucht MES immer Zeiten außerhalb von Arbeitssituationen miteinzubeziehen, z. B. Abendveranstaltungen bei Teambuildings über mehrere Tage. Somit ergeben sich Settings, die nicht unbedingt etwas mit Arbeit zu tun haben. Der Vorteil davon ist, dass das nochmal eine andere Tiefe mit sich bringt, als wenn man nur eine 8-Stunden-Situation hat. Wir versuchen, die Abendveranstaltungen aus dem Organisationsrahmen herauszunehmen, was natürlich immer eine Kostenabwägung ist. Dennoch legen wir darauf besonderen Wert.
Die Rückmeldungen sind tendenziell so, dass sich Menschen stärker berührt fühlen. Methodisch machen wir in Teamrunden oft Feedbackeinheiten, in denen sich die Teilnehmer untereinander Rückmeldung geben. Dabei bringen wir als Berater über Hilfestellungen und Fragen die Feedbacks auf eine Qualitätsebene, die sehr intensiv und trotzdem wertschätzend ist. Da wir aus unserer Erfahrung mit den diagnostischen Verfahren eine große Routine und einen hohen Qualitätsstandard haben, bewegen wir uns auf einem besonderen Niveau. Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen, auch hinsichtlich Folgeprozessen und Anfragen für Coachings. Da entsteht eine gute Vertrauensbasis.

5. Gibt es tendenziell Phasen, wo Teambuildings öfter angefragt werden? Ist es in der heutigen VUCA-Welt besonders häufig?
Wir nehmen schon wahr, dass Teams in Organisationen, die sich im starken Umbruch befinden, mehr Bedarf haben, sich als Team neu zusammen zu finden. Gerade wenn sich alte Strukturen wandeln oder aufgebrochen werden, entsteht ein natürlicher Bedarf nach Teambuilding, insofern hat die VUCA-Welt durchaus einen Einfluss, da die Neuausrichtung immer öfter passiert und in schnelleren Zyklen. Auf der Ebene der Zusammenarbeit wird dann Prozessunterstützung und Hilfe benötigt. Bei den Kunden, die wir schon lange in diesen Prozessen unterstützen und die daher in der Entwicklung schon weit sind, sehen wir einen Lernerfolg bei den Teilnehmenden. So können sie sich im dritten Teambuilding schon schneller und leichter darauf einlassen. Es findet ein Organisationslernen statt, bis zu dem Punkt, dass Kunden den Prozess teilweise schon alleine bewerkstelligen und sich über kollegiale Workshops und kleine Events selbst Formate schaffen. Wir geben dann nur noch Anstöße und machen Formatberatung und müssen als Berater gar nicht mehr zwingend dazu kommen.

Wenn Sie mehr über das Besondere an MES Teambuildings erfahren wollen oder sich über verschiedene Methoden austauschen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

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