Projektbeispiel Agiles Assessment Center

Branche: Handel
Zielgruppe: Alle Mitarbeiter/Führungskräfte

Die Herausforderung:
Umgang mit neuen Anforderungen
Von unserem Kooperationspartner pm result wurden wir gebeten, einen Baustein in einem größeren Change-Projekt eines Unternehmens zu unterstützen. Der angestrebte Wandel sollte unterstützt werden durch eine Organisationsstruktur, die hierarchisch organisierte Bereiche mit agil vorgehenden Projekten kombiniert. Die agilen Projektteams sollten den Auftrag bekommen, völlig losgelöst von aktuellen Prozessen und Verantwortlichkeiten zu denken und Ideen für z. B. neue, alternative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Herausforderung war, im Unternehmen die Menschen zu finden, die diese Veränderung aktiv mitgestalten können und wollen; die in der bisher eher hierarchisch geprägten Kultur den Mut und die Kreativität besaßen, querzudenken und neue Wege anzustoßen.
Im Rahmen des Aufbaus dieser Teams wurden wir gebeten, Projektmitglieder zu identifizieren, die die Fähigkeit mitbringen, Veränderungen zu treiben und Lust haben, ihr eigentliches Arbeitsumfeld für eine unbestimmte Zeit zu verlassen.


Unser Lösungsweg:
Wissenschaftliche Erkenntnisse auf den Kopf stellen?
Bei der Vorbereitung wurde schnell klar, dass diese Teams besondere Fähigkeiten brauchen, um erfolgreich zu sein. Wir suchten mutige Menschen, die vernetzt und unabhängig denken und die Gestaltungsmotivation mitbringen, um derartige Projekte auch gegen Widerstand voranzutreiben. Um außerdem neue Teammitglieder mit hoher Motivation für das neue Vorgehen zu gewinnen, war aus unserer Sicht ein Verfahren notwendig, das die neue Arbeitsform auch erlebbar macht, damit sich die Teilnehmer selbst auch fundiert für oder gegen den Wechsel in die neue Aufgabe entscheiden konnten.
Den ersten Schritt des Vorgehens hielten wir klassisch (orientiert an der DIN 33430): Zuallererst war es wichtig herauszufinden, welche Kompetenzen in einem agilen Umfeld unerlässlich sind und welche Verhaltensweisen für die kommende Projektarbeit gebraucht werden würden. Dazu führten wir verschiedene Interviews mit Mitarbeitern aus bereits agil arbeitenden Unternehmen und verglichen die Ergebnisse mit verschiedenen Studien. Daraus entwickelten wir zehn Kernkompetenzen (z. B. Initiative, Veränderungsfähigkeit, Mut, Kooperations- und Teamfähigkeit) mit entsprechenden Verhaltensankern, die im kommenden Prozess das Verhalten beobachtbar machen sollen.
In der Umsetzung entschieden wir uns für einen im Assessment Center eingesetzten, neuen Ansatz. Mit unserem Kooperationspartner Vincent Oswald von Rüstzeug boten wir einen Design Thinking Workshop an, bei dem die Teilnehmer an verschiedenen Punkten zur Selbstreflexion angeregt wurden und (Peer-)Feedback bekamen. Zuvor trainierten wir die begleitenden Feedback-Geber aus dem Unternehmen in einer Beobachterschulung. Im Design Thinking Workshop konnten die Teilnehmer ihre Ideen zum anstehenden Change einbringen und in Teams bearbeiten, um am Ende einen der ersten Prototypen zu entwickeln. Der Prozess diente gleichzeitig als Grundlage dafür, sich selbst im neuen Arbeitskontext zu erleben und Feedback aus unterschiedlichen Richtungen zu bekommen.

Insgesamt nahmen ca. 40 Personen, aufgeteilt in mehrere Teams, an einem Verfahren teil. Während der Arbeitsphasen wurde jedes Team wiederum von mindestens zwei Beobachtern (intern und extern) begleitet. Die Auswertung wiederum erfolgte zwischen den Phasen des Design Thinking Prozesses. Zum Schluss wurden alle Ergebnisse in einer kurzen Auswertungskonferenz zusammengetragen und jeder Teilnehmer bekam ein individuelles telefonisches Feedbackgespräch.
 

Wirkung:
Eine Win-Win-Situation
Für den Kunden insgesamt sowie für die einzelnen Teilnehmer hat sich ein deutlicher Mehrwert gezeigt. Wir haben begeisterte Teilnehmer erlebt, die zum einen inhaltlich mit vielen Ideen aus den zwei Tagen kamen und zudem hoch motiviert für die neue Arbeitsform waren. Es gab aber auch Teilnehmer, die glücklich über die neue Erfahrung waren und dennoch für sich erkannten, dass ihre „normale“ Arbeit ihnen mehr gefällt. Für alle war es eine spannende und sehr realitätsnahe Möglichkeit, um agile Projektarbeit direkt zu erleben und die Selbstreflexion darüber anzuregen, ob man persönlich agil in Projekten arbeiten möchte. Die aus dem Prozess entstandenen Projektteams sind mit Erfolg gestartet und werden teilweise durch Experten für agile Arbeitsmethoden und Teamdynamik begleitet.
Für uns gilt: Trotz der Kompromisse, die wir mit Blick auf das diagnostische Vorgehen gemacht haben – z. B. durch geringere Standardisierung und mögliche Verzerrung durch Gruppenprozesse – ist das Vorgehen für uns ein Format, das wir weiter ausbauen werden. Gleichzeitig haben wir erlebt, dass das Vorgehen sehr von der Formulierung des Anforderungsprofils, der Schulung der begleitenden Beobachter und der Transparenz für alle Beteiligten profitiert hat. Das hat uns bestärkt, Kernelemente des wissenschaftlich fundierten Vorgehens auch in sehr dynamischen Kontexten unbedingt zu wahren.

Was zeichnet uns aus?
Wir sind MES Wir sind... mutig
Um den Anforderungen der neuen Arbeitswelt zu begegnen und für unsere Kunden passende Lösungen zu entwickeln, suchen wir nach neuen Lösungen. Wir entscheiden uns bewusst für neue Methoden und legen Wert darauf, wissenschaftliche Standards als Grundstein beizubehalten.